Schüler bestimmen - was, mit wem und in welchem Tempo sie lernen

Seit dem Schuljahr2013/14 ist die „Selbstorganisierte Lernzeit“ (SLZ) im Stundenplan integriert. Sie umfasst zur Zeit 4 x 40 Minuten pro Woche und findet für alle Schülerinnen und Schüler montags bis donnerstags in der 5. Stunde statt. Die SLZ dient zur Bearbeitung langfristiger Aufgaben (Projektaufgaben) sowie zur Übung, Wiederholung und Festigung von Unterrichtsinhalten.

Für jedes Unterrichtsfach stehen den Schülerinnen und Schülern Fachlehrer zur Verfügung, die sie bei Problemen fragen können. Die Wahl der Fachlehrer/ Fachräume obliegt der Entscheidung der Lernenden. In einer Übersicht sind alle Lehrer und die Unterrichtsräume, in denen sie sich aufhalten, erfasst. Die Arbeit in der SLZ wird in einer Mappe dokumentiert, die Verantwortung und Nachweispflicht liegt bei den Schülern. Damit soll die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gefördert werden. Die Lehrer verlieren in der SLZ ihre Rolle als reine Wissensvermittler und übernehmen die Funktion des Moderators und Beraters, in der sie die Schüler auf ihrem Lernweg unterstützen. Individuelle Lernpotenziale können somit gefördert, auf Besonderheiten wie z.B. das eigene Arbeitstempo und Förderbedarf reagiert werden. Zudem bietet die SLZ Schülern die Möglichkeit, auch mit anderen Fachlehrern zusammenzuarbeiten. Für die Lehrer bedeutet dies wiederum, dass sie auch mit Schülern ein Arbeits- und Vertrauensverhältnis aufbauen können, die sie nicht im Unterricht haben. Aber auch die Kooperation und Unterstützung der Schüler wird stärker gefördert, wenn sich zum Beispiel klassen- oder jahrgangsübergreifend Lerngruppen bilden.

Bis zur Etablierung der Selbstorganisierten war es ein langer Entwicklungsweg: Zwar ist die offene Arbeit seit 2006 im Schulalltag integriert, allerdings fand diese in den ersten Jahren als „Freiarbeit“ nur in den Klassen 5-7 statt, denn wir sahen organisatorisch keine Möglichkeit, diese Form auch in den weiteren Klassenstufen in den Stundenplan zu integrieren, ohne dass das Stundenpensum der Schüler gesprengt werden würde. Seitdem sind viele Evaluationen und Veränderungen durchgeführt worden. Einschneidend war die Hospitation an der Schulpreisträgerschule in Neuruppin, denn dort wurde uns die Möglichkeit, die Dauer der Unterrichtsstunden verändern zu können, erstmals bewusst. Diese nutzten wir für unser Bestreben und verkürzten die Blöcke von 90 Minuten auf 80 Minuten. Somit gewannen wir Zeit, die offene Unterrichtsform in allen Klassenstufen im Stundenplan zu verankern. Wurde die Bearbeitungszeit für Projektaufgaben und Lernaufgaben in den vergangenen Jahren noch vorgegeben, obliegt die Zeitplanung ab diesem Schuljahr komplett den Schülern. Damit gewinnen sie mehr Entscheidungsfreiheit, übernehmen aber mehr Verantwortung für ihre Arbeit.

Ziel ist es, diesen Weg der Öffnung weiter zu verfolgen und dabei die Vorstellungen der Schüler, Eltern und Lehrer unter Berücksichtigung der Rahmenvorgaben zum Beispiel durch die Lehrpläne umzusetzen. Zeitnah sollen die Bedingungen weiter verbessert werden, dazu gehören die Gestaltung der Lernzimmer und das Lernmittelangebot.

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