Im Musikzimmer sieht man tanzende Jugendliche, in einem Klassenraum klappern die Scheren und aus dem Geschichtszimmer hört man es laut rufen: „Revolution!“
Vom 02.-05. Mai 2017 fand im Freien Gymnasium Penig ein Unterricht anderer Art statt: In der Projektwoche wurde fleißig gebastelt, gebaut und geübt, um zum Frühlingsfest ein buntes Programm anbieten zu können.

Es war eine außergewöhnliche Projektwoche,  denn explizit sollten die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen einbringen und eigene Projekte entwickeln. So wurden in einer Kleingruppe schon im Dezember die Themen und Inhalte der einzelnen Vorhaben entworfen. Schüler-Lehrer-Tandems entwickelten die Ideen weiter und leiteten die Gruppen während der Projektwoche an. So entstand ein „bunter Strauß“ an Projekten.
Wer zufällig an der Turnhalle vorbeispazierte, bekam möglicherweise einen Schrecken: Laute Schreie und klirrende Klingen deuteten auf einen Kampf auf Leben und Tod hin. Tatsächlich übten hier Schülerinnen und Schüler aus Klasse 5, 6 und 9 eine Choreografie für einen Gladiatorenkampf ein. Unter der Anweisung der zwei Sportlehrer und des Leiters eines Selbstverteidigungskurses wurden gewagte Sprünge und clevere Ausweichmanöver einstudiert. Zugleich fertigten die anderen Projektteilnehmer Ausrüstung und Kleidung der römischen Soldaten an.
Ruhiger ging es im weißen Schulgebäude zu. Hier wurde ebenfalls gebastelt: Unter der Leitung der Freizeitpädagogin Frau Langhardt entstanden Girlanden, Flaggen und weitere dekorative Elemente zur Ausgestaltung des Schulgeländes. Gleich über dem Bastelkeller probte man – auf Russisch. Zwei im Unterricht schon vorbereitete Theaterstücke – „Das Tierhäuschen“ und der „Pfannkuchen“ – wurden hier zur Vollendung geführt. Daneben entstand in einer anderen Projektgruppe ein Puppentheater mit dem Stoff von „Hexe Babajaga“. Der Länderbereich „Russland“ wurde außerdem durch das „Russische Haus“ präsentiert, in dem man landestypische Gegenstände anfassen und sich über berühmte russische Autoren und Politiker informieren konnte. Eine weitere Gruppe gestaltete lebensgroße Matroschkas, welche von den Besuchern für ein Erinnerungsfoto genutzt werden sollten.
Folgte man seiner Nase, gelangte man ins Chemiezimmer: Hier wurden – angeleitet von den Chemielehrerinnen Frau Dr. Köllner-Rabold und Frau Schneider– Seifen für den französischen Markt hergestellt. Im zweiten Anlauf gelangen dabei angenehme Düfte. Daneben entstanden im roten Gebäude französische Kalender und kleine Lavendelsäckchen. Aktiv werden konnten die Schülerinnen und Schüler in dem Projekt „Französische Revolution“: Der Geschichtslehrer Herr Dr. Jäpel erarbeitete in seiner Gruppe die Problemlage im Frankreich des ausgehenden 18. Jahrhunderts und verglich sie mit der heutigen Situation. Ergebnis war ein Schauspiel: Ein Zusammenprall eines historischen und eines zeitgenössischen Protestzuges.
Neben französischem Markt, russischem Haus und der römischen Gladiatorenarena brachte sich der Fachbereich Englisch mit einem „Indianerdorf“ ein. Unter Leitung von Frau Otto (Englisch, Geschichte) und Herrn Sobe (Geschichte, Deutsch) recherchierten die Schülerinnen und Schüler zu Lebensgewohnheiten und aktuellen Problemen verschiedener „Native Americans“. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung auf Plakaten präsentiert.
In weiteren Projekten wurde länderübergreifend gearbeitet: Europäisches Flair schuf die „Baugruppe“. Hier wurden Bauwerke unterschiedlicher Länder hergestellt: Ganz groß der französische Arc de Triomphe, aus riesigen Pappkartons gefertigt, ganz klein der Apollotempel aus Griechenland, in mühsamer Detailarbeit errichtet. Viele weitere Sehenswürdigkeiten schmückten später das Gelände. Dazu konnte der interessierte Besucher sich mit seinem Smartphone über die Bauwerke informieren. Eine Gruppe von älteren Schülerinnen und Schüler hatte zusammen mit dem Informatiklehrer Herrn Frei kleine Audioguides erstellt, die über QR-Codes zu erreichen waren. Unsere Musiklehrer erforschten die Musiktraditionen unterschiedlicher Länder, die später in einer Hörstation präsentiert wurden.
Ein Projekt anderer Art beschäftigte sich mit aktuellen Tendenzen: In der Anti-Rassismus-Gruppe studierten Schülerinnen und Schüler kleine Sketche ein, welche zum Nachdenken anregen sollten.
Was wäre so ein Fest ohne ein ordentliches Programm? So gestalteten Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Herrn Dr. Hagen und Frau Steffen einen Flyer mit Lageplan und allem, was das Frühlingsfest zu bieten hatte.
Es war eine arbeitsame und fröhliche Woche in unserem Gymnasium, die an dem folgenden Sonnabend in einem wunderschönen Frühlingsfest mündete.

Anne-Katrin Korn

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